Archive for Geschichten

Bis Weihnachten ein Zuhause

Als großer Buch-/Hörbuch-/Hörspiel-Fan bin ich die Tage bei Au­dible auf ein Mär­chen ge­stoßen. Es heißt „Bis Weih­nachten ein Zu­hause“ und ist ein­fach wun­der­schön. Es geht um Nami, einen Hund, der von seinem Herr­chen (Nami nennt ihn seinen besten Freund) wegen einer For­schungs­reise in die Ant­arktis ins Tier­heim ge­geben wurde. Nach zwei Jahren Tier­heim be­schließt Nami seinen besten Freund zu su­chen und bricht auf, denn „Hunden geht Treue über alles“. „So sind Hunde!„
Es­han­delt sich um ein Kin­der­mär­chen, klar. Aber ich finde es ist auch für Er­wach­sene ge­eignet, zu­min­dest, wenn sie so emo­tional sind wie ich. Ich kann dieses Hör­spiel nur emp­fehlen und ge­rade in der Weih­nachts­zeit sind die ru­higen zwei Stunden gut in­ves­tiert. Wir drei haben uns das Hör­spiel bei Ker­zen­schein ge­müt­lich auf dem Sofa ein­ge­ku­schelt an­ge­hört (bis auf Snoopy, der lag aus­ge­streckt an der Hei­zung) und diese Zeit ex­trem ge­nossen.
Nach dieser Wer­be­ein­blen­dung, die quasi nix mit Snoopy zu tun hat, be­ende ich den Ein­trag mit einem Zitat aus dem Buch. Und da ich in den nächsten Tagen mög­li­cher­weise nicht zum. Bloggen komme, weil ich den Weih­nachts­baum vor Snoopy be­schützen muss, wün­sche ich auf diesem Wege allen frohe Weih­nachten und ein glück­li­ches neues Jahr 2014!

Ach, ihr glaubt nicht, dass Hunde singen können? Doch! Wenn sie ganz be­son­ders glück­lich sind!“ (Ste­phan Kirste)

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Traumwelt

Heute Nacht habe ich ge­träumt, ich be­fände mich in einem un­ter­ir­di­schen Stollen. Der lange Gang war durch Holz­balken ge­stützt und ich lief den Weg ent­lang, als es plötz­lich ziem­lich laut wurde. Ir­gendwer schien im Stollen sehr ge­räusch­voll zu ar­beiten. Es gab eine Er­schüt­te­rung und ich wurde bäuch­lings unter zu­sam­men­ge­bro­chenem Holz und Steinen be­graben. Ich konnte mich nicht mehr be­wegen, zu schwer war die Last auf meinem Rü­cken. Ei­nige Leute be­gannen, so hoffte ich zu­min­dest, an den Balken zu sägen, aber letzt­end­lich kamen sie nie bei mir an.
Warum ich das hier schreibe? Naja, als ich auf­wachte, lag Snoopy auf meinem Rü­cken, wäh­rend ich, alle Arme von mir ge­streckt, in die Ma­traze ge­drückt wurde. Draußen machte eine Gruppe Land­schafts­gärtner den Lärm des Jahr­hun­derts, weil sie einen Baum fällten. Mit Ket­ten­sägen. Es ist schon fas­zi­nie­rend, wie man äu­ßere Ge­ge­ben­heiten in seine Träume ein­bauen kann. letzt­end­lich war die Lö­sung des Rät­sels, dass Snoopy sich wohl vor dem Lärm ge­fürchtet und meine Nähe ge­sucht hat. Warum er sich al­ler­dings nicht ein­fach neben mich ge­legt hat (nagut, das darf er na­tür­lich nicht) son­dern auf meinen Rü­cken (diesen Fall hatten wir bis­lang noch nicht, mein Rü­cken plä­diert aber dafür, auch das zu ver­bieten) ist mir noch un­klar.
Im Ge­gen­satz zu meinem Rü­cken hat sich Snoopy von dem Lärm gut er­holt. Zu­min­dest schlum­mert er selig im Büro unter meinem Schreib­tisch. Und wenn ich ihn da so liegen sehe, hat *er* keine Rückenschmerzen.

Foto-12

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Auf den Hund gekommen

Wie bin ich ei­gent­lich aus­ge­rechnet auf einen Flat Coated Re­triever gekommen?

shadowHier muss ich etwas weiter aus­holen. Als ich 12 Jahre alt war bekam un­sere Fa­milie einen Hund, den Irish Setter Rüden Shadow (oder auch edler: Earl vom We­sertal). Shadow war eine Seele von einem Hund, treu, lieb, ge­duldig, ein­fach alles, was ein Hund an Po­si­tivem sein kann. Die Zeit mit Shadow war wun­der­schön und als er mit elf Jahren ein­ge­schlä­fert werden musste (Links­herz­in­suf­fi­zienz), war ich un­heim­lich traurig. Da­mals stu­dierte ich und wohnte al­lein in einer ei­genen Woh­nung und die Hal­tung eines Hundes kam nicht in Frage. Doch mein Traum war es immer, ir­gend­wann wieder einen Hund zu haben. Ich über­brückte die Zeit mit Ratten, die meine Tier­ärztin, eben­falls eine ein­ge­fleischte Hun­de­lieb­ha­berin, immer als „die Hunde des kleinen Mannes“ be­zeich­nete. Und das waren sie in der Tat. Doch in­zwi­schen habe ich schon lange keine Pelz­nasen mehr, denn mit einer Le­bens­er­war­tung von zwei bis drei Jahren bin ich nicht wirk­lich gut zurechtgekommen.

FlatKarstadtMit Stu­dium und später Job ver­tagte ich den Hunde­wunsch auf die Zeit der Rente, doch ich wusste schon, was für einen Hund ich gerne haben wollte. Ein Setter kam nicht in Frage, zu groß wären die Fuß­stapfen ge­wesen, in der er hätte treten müssen. Ich lieb­äu­gelte mit einem La­brador Re­triever, in schwarz, die Hunde ge­fielen mir vom Wesen her und op­tisch am besten.  Be­stärkt wurde diese Wahl durch den Labrador-Münsterländer-Mischling „Pluto“, auch gerne das „große schwarze Fress­monster“ ge­nannt, von Agnes, einer Freundin meines Bru­ders und ir­gendwie in­zwi­schen auch ein biss­chen von mir. Doch letztes Jahr, es war der 14. Mai 2012, zwei Tage vor meinem Auf­ent­halt in einer Ta­ges­klinik wegen der immer schlimmer wer­denden De­pres­sion, sah ich ihn, den ersten Flat meines Le­bens. Es war im Ein­kaufs­zen­trum, wo ich ein paar Be­sor­gungen für den Kli­nik­auf­ent­halt ma­chen musste, als Mutter mit Sohn und Hund vor der Um­kleid­ka­bine standen. Ich ver­liebte mich so­fort in das Tier und fragte die Be­sit­zerin, ob ich Fotos ma­chen dürfte (der ein­zige Makel, den ein schwarzer Hund hat, man kann ihn un­mög­lich fo­to­gra­fieren, auf den Bil­dern sind nur schwarze Lö­cher zu sehen). Ein paar Mi­nuten später, drehte ich mich nochmal um, ging zu Frau, Kind und Hund zu­rück und fragte nach der Rasse. „Flat Coated Re­triever“, sagte die Frau, selten sei die Rasse, ich solle auf der Seite des DRC schauen, da fände ich alles, was ich wissen müsste, über diese un­glaub­liche Rasse. Sie würde nie wieder eine an­dere Rasse haben wollen. Ich no­tierte mir diese In­for­ma­tionen auf meinem Handy, denn mit der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit einer De­pres­siven ist es nicht sehr weit her. Und das wollte ich mir un­be­dingt merken.

Notiz

Der Kli­nik­auf­ent­halt kam und ging, ich wurde erst etwas ge­sünder, dann wieder kränker, nach Weih­nachten sogar richtig viel kränker, aber der Wunsch nach einem Hund war nach wie vor un­ge­bro­chen. Als ich dann vor ein paar Wo­chen durch Zu­fall auf einen Be­richt über Hun­de­ta­ges­stätten stieß, war mein In­ter­esse ge­weckt. Das war die Lö­sung! Mit meinem Halb­tagsjob ar­beite ich zwei Tage in der Woche ganz und einen Tag halb. Ich könnte also zwei Tage in der Woche den Hund in der Ta­ges­stätte (6000 qm Au­ßen­ge­lände) mit seinen Art­ge­nossen spielen lassen, den halben Tag müsste der Hund zu Hause warten und die rest­li­chen Tage ar­beite ich mal mehr mal we­niger (frei­be­ruf­lich) von zu Hause aus. Alles was ich über die Ta­ges­stätte las klang super, die Hunde dürfen da Hund sein, werden von fach­kun­digen Leuten be­auf­sich­tigt und toben und spielen mit Art­ge­nossen. Per­fekt.
Ich drehte und wen­dete die Idee in meinem Kopf, schwankte zwi­schen Zwei­feln und Freude und in­zwi­schen ist es be­schlos­sene Sache. Ein Mini-Flat soll bei uns ein­ziehen. Und ich freue mich wahn­sinnig auf den Hund.

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