Archive for Rasse

Pfostenschau, eine Bilanz

Puh, das war viel­leicht ein Wo­chen­ende. Es ist un­glaub­lich wie an­stren­gend so eine Pfos­ten­schau sein kann. 39 Hunde der Rassen Golden, La­brador und Flat Coated Re­triever traten an, um die Schönsten der Schönen im Testring zu küren. Das Wetter konnte sich an­fangs nicht so richtig ent­scheiden, wech­selte aber später zu­gunsten von Or­ga­ni­sa­toren und Teil­nehmer auf Sonnenschein.

Jeder der Hunde wurde aus­giebig be­gut­achtet und be­ur­teilt. Und fo­to­gra­fiert. Das war das Schlimmste an der Aus­stel­lung, habe ich es doch jah­re­lang (um genau zu sein, seit meiner Chemo– und Cor­ti­son­the­rapie vor vielen Jahren) ver­mieden, mich von Fremden fo­to­gra­fieren zu lassen. Nun konnte ich mich aber nicht wehren und wurde ab­ge­lichtet und wer weiß, wo nun die un­vor­teil­haf­testen Fotos von mir überall im Netz auf­tau­chen. Ich glaube, ich will es lieber gar nicht erst wissen.

Tat­säch­lich war aber auch die Aus­stel­lung nichts für mich. Letzt­end­lich ist es doch so, dass man 20 € dafür aus­gibt, dass der ei­gene und somit tollste, schönste und per­fek­teste Hund aller Zeiten kri­ti­siert wird und, so habe ich es per­sön­lich emp­funden und spreche na­tür­lich nur für mich und *nie­manden* an­ders(!), im Ring „zum Affen macht“. Es war schreck­lich. Auf ge­fühlten 100 Fotos sehe ich wahr­schein­lich aus, wie, ach, ich will lieber gar nicht dar­über nach­denken, wie ich aussehe…

Snoopy je­den­falls sah toll aus und hat den dritten Platz (von 4) ge­macht und ein „sehr gut“ (kurz SG3) er­halten. Karin hat mit Amely in ihrer Klassen einen tollen ersten Platz ge­macht (vor­züg­lich, ab­ge­kürzt V1) und auch Darcy hat einen dritten Platz (V3) abgeräumt.

Um einen Ver­gleich zu er­halten, zi­tiere ich ein­fach mal Wi­ki­pedia zu diesem Thema:

Form­werte

Zur Be­ur­tei­lung der Hunde an­hand des Ras­se­stan­dards ver­fasst der Richter für jeden aus­ge­stellten Hund eine schrift­liche Kritik, die dessen Stärken und Schwä­chen be­schreibt und die auch die Form­wert­note beinhaltet.

Als Form­wert­noten sind möglich:

  • Vor­züg­lich – für Hunde, die in hohem Maße dem Stan­dard entsprechen
  • Sehr gut – für Hunde mit ei­nigen klei­neren Fehlern
  • Gut – für Hunde mit grö­ßeren Fehlern
  • Ge­nü­gend – für dem Ras­setyp ent­spre­chende Hunde, die we­sent­liche Mängel aufweisen
  • Dis­qua­li­fi­ziert – für nicht dem Ras­setyp ent­spre­chende Hunde, ag­gres­sive Hunde, Hunde mit be­stimmten erb­li­chen Feh­lern und Hunde mit dis­qua­li­fi­zie­renden Merk­malen gemäß dem je­wei­ligen Rassestandard
  • Ohne Be­wer­tung – für Hunde, die auf­grund ihres Ver­hal­tens oder an­derer Um­stände nicht ge­richtet werden können“

Dass Snoopy mit seinem, wie es der Tier­arzt so char­mant nennt, „Wat­schel­gang“ eine so gute Be­wer­tung und eine gelbe Schleife ab­stauben konnte, ist schon toll und das, ob­wohl wir uns (ok, die Schuld liegt bei mir) un­mög­lich prä­sen­tiert haben (ich sage nur, einmal und nie wieder!). Aber lest selbst:

Für sein Alter gut ent­wi­ckelter Jungrüde, vor­züg­liche Fellan­lage, etwas leich­terer Rü­den­kopf, gut an­ge­setzte dunkle Augen, kor­rekt an­ge­setzte Be­hänge, schöne Kopf­hal­tung, fester Rü­cken, lang auf­ge­rippter Brust­korb, Vor­brust muss sich noch weiter ent­wi­ckeln, etwas kurzer Oberarm, Be­we­gungen nicht ganz gleichmäßig.“

Ich habe mich sehr ge­freut, Ca­ro­line und Jenny zu treffen, sowie Cuddy und ihren Nach­wuchs, der zum Teil auf der Aus­stel­lung ver­treten war. Cuddy hat neben einem ersten Platz in ihrer Klasse auch noch die Aus­zeich­nungen „Beste Hündin“ und  „Best Flat Coated Re­triever“ , (Best of Breed, BOB) er­halten. Alles in allem war es ein er­folg­rei­cher Nach­mittag, was mich aber nicht davon ab­halten wird, meine Aus­stel­lungs­kar­riere mit diesem Event zu be­enden. Snoopy darf na­tür­lich auch gerne wei­terhin aus­ge­stellt werden, bloß nicht mit mir. :) Achja, was habe ich außer einem total er­le­digtem Hund, einer guten Be­wer­tung und einer gelben Schleife noch von der Pfos­ten­schau mit­ge­nommen? 38 Mü­cken­stiche! Kein Kommentar!

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Was ich auf keinen Fall ver­säumen möchte ist, der freund­li­chen jungen Frau, die Cuddy und ihren Sohn Dean prä­sen­tiert hat, zu danken, die mich wirk­lich sehr lieb be­ru­higt und mir Mut ge­macht hat. Das war groß­artig und hat mir sehr ge­holfen und das, wo wir doch ge­meinsam im Ring standen.

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Ururururururururur…ahnen

Ich habe ein wenig re­cher­chiert. OK, das war ge­logen. Fast volle zwei Tage habe ich mich durch Listen und In­ter­net­seiten gekämpft.

Snoopy ist ein Hund mit Stamm­baum. Gut, das ist jeder Hund, nur ist be­sagter Stamm­baum eben nicht immer be­kannt. Die beim DRC vor­lie­gende Ah­nen­tafel ist leider etwas feh­ler­haft, doch von dieser aus­ge­hend (im­merhin reicht sie teil­weise bis 10 Ge­ne­ra­tionen zu­rück) ist es mir ge­lungen, einen bis über die 30. Ge­ne­ra­tion und bis weit ins 19. Jahr­hun­dert rei­chenden Stamm­baum zu er­stellen. Lü­ckenlos. Als Ge­nea­logie in­ter­es­sierten Men­schen ist mir das bei meiner Fa­milie üb­ri­gens nicht an­satz­weise gelungen.

Dabei sind mir ei­nige in Flat-Kreisen sehr be­kannte Hunde un­ter­ge­kommen, Sno­opys Stamm­baum ist bis hin zu den Vor­fahren der Rassen St. John’s Dog und Wavy Coated Re­triever hier nach­zu­lesen. Auch ei­nige La­bra­dore sind mir dabei un­ter­ge­kommen. Und jede Menge Fotos, von denen ich an­nehme, dass sie auf Grund ihres Al­ters hier ver­öf­fent­licht werden dürfen. Eine groß­ar­tige Quelle bei der Bild­suche war mir üb­ri­gens „The Re­triever, Dog & Wild­life Blog“.

Was habe ich also her­aus­ge­funden?
Über Sno­opys Mama und Papa habe ich be­reits be­richtet, genau wie über seine Schwes­tern. Das ist dem­nach ein alter Hut.

Mir ist auf­ge­fallen, dass ei­nige von Sno­opys Vor­fahren recht häufig in seinem Stamm­baum vor­kommen. Li­ni­en­zucht sagt man dazu, wenn man das böse Wort In­zucht nicht ver­wenden möchte. Aber selbst ab­so­lute Tabus wie die Ver­paa­rung von Wurf­ge­schwis­tern, die man auch nicht mehr mit dem Be­griff Li­ni­en­kreu­zung recht­fer­tigen kann, finden sich.

Na­tür­lich ist es so, dass ir­gendwo zu Be­ginn der Zucht nur ein paar Hunde zur Ver­fü­gung standen, die man für die „Er­schaf­fung“ der Rasse ver­wenden konnte. Und dass diese ir­gendwo immer am An­fang der Ah­nen­tafel auf­tau­chen ist auch klar. So be­ginnen ei­nige von Sno­opys Wur­zeln bei einem Paar mit den fürch­ter­li­chen Name „Nero“ (Rüde) und „Box“ (Hündin). Aber dazu später.

Ei­nige Hunde tau­chen auch schon in den ersten 7 Ge­ne­ra­tionen häufig auf, wie beispielsweise

Almanza Larry O'Grady Shargleam Blackcap Almanza Forbidden Love
Almanza Larry O’Grady (*1985), Shargleam Blackcap (*1977), Almanza For­bidden Love
sowie Cariena’s Fifteen-Eight (*1985, ohne Foto)

Be­son­ders her­vor­zu­heben ist das zwei­ma­lige Auf­tau­chen von Cariena’s Thirtyfour-Four in­ner­halb der ersten 5 Generationen.

Cariena's Thirtyfour Four

Schaut man sich die ge­nannten Hunde ge­nauer an, finden sich ei­nige Namen, die immer wieder in den Stamm­bäumen auf­tau­chen, als da wären

Fenrivers Golden Rod Woodlark Tonggreen Sparrow Boy
Fen­ri­vers Golden Rod (*1964), Wood­lark (*1958), Tonggreen Sparrow Boy (*1966)
und Ken­staff Whipster (*1972, ohne Foto)

Nun geht es weiter zu den ent­fernten Ver­wandten, näm­lich den Hunden, die eine ge­wissen „Be­rühmt­heit“ er­langt haben. So finden sich in Ge­ne­ra­tion 23 und 24 ei­nige Namen, die nicht nur den Flat Coated Retriever-Züchtern ein Be­griff sind, son­dern auch den Züch­tern der Golden Re­triever, da sie mit zu den Be­grün­dern der Rasse zählen (s. a. Golden-Retriever-Hündin Lady Betty):

Black Drake Black Queen Darenth

Horton Rector Wimpole Peter
Black Drake (*1896), Black Queen (*1893), Da­r­enth (*1888), Horton Rector (1899) und Wim­pole Peter (*1897)

In Ge­ne­ra­tion 26 und 27 finden sich Moons­tone und Zels­tone, denen man ihre St. Johns-Abstammung deut­lich ansieht. Gipsy hin­gegen wurde auf­grund ihrer weißen Fell­farbe be­kannt, die für einen Wavy Coated Re­triever recht un­er­wartet auf­trat. Wahr­schein­lich han­delte es sich je­doch um ein sehr helles gelb, dessen Gen die Flats z. T. auch heute noch tragen. Heut­zu­tage würde Gipsy als nicht dem Ras­se­stan­dard ent­spre­chend ohne Pa­piere ihr Da­sein fristen, da Gelb eine un­er­wünschte Farbe ist, die je­doch immer mal wieder auftritt.

Moonstone Zelstone

Gipsy of Riverside
Moons­tone (*1882), Zels­tone (*1880), Gipsy of Ri­ver­side (*1902)

Thorn, Me­lody und Paris (Ge­ne­ra­tionen 29 und 30) stehen für die drei un­ter­schied­li­chen Hun­de­rassen, die die Rasse Flat Coated Re­triever bil­deten. Wäh­rend Thorn Pate für den Ras­se­stan­dard des Wavy Coated Re­trie­vers stand, zeigt Paris deut­liche St.-Johns-Dog-Charakteristiken, Me­lody hin­gegen ent­spricht eher dem Setter-Typus. Tat­säch­lich han­delt es sich aber bei allen Dreien um Wavy Coated Retriever.

Thorn Paris, Melody
Thorn, Shirley’s Paris, Brewis‘ Melody

Noch weiter hinten im Stamm­baum wird es dünn, in der 32. — 36. Ge­ne­ra­tion trifft man immer wieder auf die­selben Namen, Nero und Box (wer nennt eine Hündin „Box“?!), Farquharson’s Fag und Farquharson’s Trout, Shirley’s Mid­night, Hull’s Boss. Bilder habe ich keine mehr ge­funden, mit Aus­nahme von Nep, der in Sno­opys Ah­nen­reihe u. a. in der 32. Ge­ne­ra­tion zu finden ist.

Nep

Noch bin ich auf der Suche nach dem äl­testen Hund in Sno­opys Ah­nen­reihe. Wenn ich ihn ge­funden habe, ak­tua­li­siere ich diesen Ein­trag. Versprochen.

Wer noch mehr Fotos haben möchte und nicht dem Sam­mel­kar­ten­fieber der WM er­legen ist, kann es stat­tessen ja mit ein paar Flat-Karten pro­bieren. Mit dem hier ab­ge­bil­deten Urahn zeigt Snoopy je­den­falls eine deut­liche Fa­mi­li­en­ähn­lich­keit. Der­weil ver­suche ich, mit Snoopy das Stehen zu üben. Er hat zwar früh damit an­ge­fangen wurde von uns dies­be­züg­lich noch nicht weiter ge­triezt gefördert.

Trading Card

Welpen-034 Welpen-041

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Kein Mischling

Sno­opys ele­gante Er­schei­nung ist häufig An­lass für Lob und Be­geis­te­rung, oft werden wir je­doch ge­fragt, was für ein Mix Snoopy denn sei, er sei ja äu­ßerst gut ge­lungen. Die we­nigsten Leute kennen Flats, der ein oder an­dere denkt an einen La­brador– und/oder Setter-Mix. Man­chen Men­schen ist es pein­lich, einen rein­ras­sigen Hund vor ihren Hal­tern als Misch­ling be­zeichnet zu haben, wir sind da je­doch ent­spannt. Flats sind nicht allzu ver­breitet und nicht jeder kann jede Rasse kennen. Viel­mehr freuen wir uns dar­über, dass Snoopy so oft für sein freund­li­ches Wesen und seine Er­schei­nung ge­lobt wird.
In un­serer Hun­de­schule ist nun ein Hund, der eben­falls kein Misch­ling ist. Auch kein Labbi, ob­wohl die meisten ihn dafür halten. Der „schmale Labbi“ ist näm­lich ein Ca de Bes­tiar, auch als Perro de pastor mal­lor­quín eher un­be­kannt. Bis ges­tern hatten wir von dieser Rasse auch noch nichts ge­sehen oder ge­hört, je­den­falls sind diese Hunde vom Wesen her keine Re­triever, egal wie­viel Ähn­lich­keit sie im Aus­sehen mit Labbis haben. (Für die Halter haben sie über­haupt keine!)
Je­den­falls haben wir uns ges­tern auch an­ge­messen bla­miert, als wir den schönen „Labbi“ lobten. Aus­glei­chende Ge­rech­tig­keit würde ich sagen…

Achja, hier kann sich jeder seine ei­gene Mei­nung bilden: Ca de Bes­tiar (Bildersuche)

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Training mit der Schwester

Heute früh fand das erste Flat-Training mit Heike statt. Karin, Amely, Snoopy und ich trafen uns auf Heikes Platz, um den flatspe­zi­fi­schen Teil der Hun­de­er­zie­hung zu be­ginnen. Die Mampf­maus war nicht dabei.
Heikes Trai­ning be­gann mit einer Ent­span­nungs­übung. Wir setzten uns im Kreis auf eine mit­ge­brachte Decke, um un­seren Flat­ties erstmal ein biss­chen Ruhe zu gönnen. Flats neigen dazu, etwas zu sehr auf­zu­drehen und mit der Eta­blie­rung einer „Hier kannst du zur Ruhe kommen“-Decke wurde be­gonnen, um den kleinen Wir­bel­winden die Mög­lich­keit der Ent­span­nung zu bieten. Mit einer Knab­ber­stange legten sie sich zu uns und wurden ge­strei­chelt und ge­lobt. Wollten sie weg, wurden sie sanft fest­ge­halten und be­ru­higt.
Die nächste Übung be­han­delte die Lei­nen­füh­rig­keit. Nicht das Si­gnal „(Bei) Fuß“ soll den Hund zum Bei-Fuß-Gehen an­halten, son­dern das An­legen der Leine soll dieses Si­gnal im­pli­zieren. So liefen wir, ge­beugt und mit einem Le­cker­chen in der Hand, eine ge­rade Strecke ent­lang, so dass die Hun­de­kinder nicht vor un­seren Füßen liefen. Dabei wurden sie na­tür­lich eifrig ge­lobt.
Snoopy hat hoch­kon­zen­triert ge­ar­beitet, es war die wahre Freude, diese Übung mit ihm zu ma­chen. Auch bei der nächsten Übung zeigte er sich sehr mo­ti­viert. Es war seine erste Sitz-Übung, ein Le­cker­chen wurde so über Sno­opys Kopf be­wegt, dass er, um es zu fressen, den Kopf hoch und den Po runter setzen musste. Er wurde eifrig ge­lobt (Snoopy, nicht sein Po) und bekam das Le­cker­chen. Das „Sitz“ wurde immer mit einem „Lauf“ auf­ge­löst, um zu ver­hin­dern, dass die Hunde später aus ei­genem An­trieb das Sitzen be­enden. Erst mit „Lauf“ be­kommt der Welpe „frei“.
Da­nach wurde das Ab­rufen trai­niert. Dies ist das wich­tigste Si­gnal über­haupt. Ein Hund, vor allem ein großer und ein so stür­mi­schen, wie der Flat, sollte dieses Si­gnal per­fekt be­herr­schen. Egal, um welche Si­tua­tion es sich han­delt, ein ein­zelnes „Hier“ soll ihn jeg­liche Ak­ti­vität so­fort be­enden lassen und zu seinem Halter zu­rück­kehren. Dieses Si­gnal ist nicht nur wichtig, um Jagd­ver­halten, das Zu­stürmen auf Men­schen, vor allem Kinder, Jogger, Rad­fahrer und das zu weite Ent­fernen zu ver­hin­dern, es kann auch le­bens­ret­tend sein, wenn der Hund mal auf ein Straße oder eine an­dere ge­fähr­liche Si­tua­tion zu­läuft. Um das Ab­rufen zu üben, macht man sich den na­tür­li­chen Fol­ge­trieb des Welpen zu­nutze. Der Fol­ge­trieb sorgt dafür, dass der Welpe bei seinem Rudel bleibt, da er ohne dieses nicht über­le­bens­fähig ist. So achtet er immer darauf, dass er nicht al­lein ist. Daraus re­sul­tiert üb­ri­gens auch die Ver­las­sens­angst der Hunde. Das aber nur ne­benbei.
Heike hielt bei der Übung den je­wei­ligen Hund fest, Karin und ich ent­fernten uns und riefen dann un­sere Hunde mit einem „Snoopy (Amely), hier!“ zu uns. Karin setzte zu­sätz­lich den Komm-Pfiff ein, ich nicht, da ich keine Pfeife da­bei­hatte. („Trage die Pfeife wie eine Kette immer um den Hals.“)
Die letzte Übung be­han­delte das Si­gnal „Steh“. Die Hunde sollten ruhig stehen, die Vor­der­pfoten par­allel, die Hin­ter­beine etwas nach hinten aus­ge­stellt. Dabei halfen wir ein wenig nach, indem wir die beiden unter dem Bauch ein wenig stützten und ihnen etwas Le­ckeres vor die Nase hielten, das sie aus­schle­cken durften. Dieses Si­gnal ist nicht nur für das ru­hige und „de­ko­ra­tive“ Stehen (z. B. bei Aus­stel­lungen) wichtig, es wird auch noch da­hin­ge­hend er­wei­tert, dass der Hund sich überall pro­blemlos an­fassen lässt, so dass ihn ein Tier­arzt gut be­han­deln kann, ohne dass sich der Hund wehrt.
Mit einem Spiel der beiden Ge­schwister en­dete das Trai­ning. Snoopy war derart er­schöpft, dass er die ganze Heim­fahrt lang tief und fest ge­schlafen hat.
Alle Übungen sollen von uns zu Hause täg­lich kurz (nicht mehr als 2–3 Mi­nuten) trai­niert werden. Ich bin mal ge­spannt, ob Snoopy in den ei­genen vier Wänden ge­nauso kon­zen­triert mit­ar­beitet. Es war wirk­lich eine Freude mit ihm zu ar­beiten. Ich freue mich schon auf die nächste Stunde am Mittwoch.

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Es ist… ein Rüde

Na wer bist du denn?

Ich werde ihn ‚Snoopy‘ nennen und er wird mir ge­hören. Er wird mein kleiner Snoopy sein.
Komm her, Snoopy, na komm schon kleines Sno­o­py­lein…
(Frei nach Dori)

Keine Kritik! Der Name ist über jeg­liche Kritik er­haben. Oder frei nach Walter MoersUn­vor­han­denen Winz­lingen: „Wir haben die Kritik überwunden!“

Und falls sich wer fragt warum der Name mit einem „S“ be­ginnt, Snoopy ist sein Ruf­name. In den Pa­pieren heisst er „Ama­zing Dream of Kotten Forest“.

Fast zeit­gleich mit Snoopy zieht die Mampf­maus, aka „Avanti in Ac­tion of Kotten Fo­rest“ bei Ja­nina ein. Brownie, aka „Amely of Kotten Fo­rest“ bleibt bei Karin. Küken „Afra of Kotten Fo­rest“ muss noch auf ihre neuen Halter warten, da sie das Ab­ga­be­ge­wicht von 4,5 kg noch nicht er­reicht hat.

 

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Germany’s Next Dogmodel

WelpeAm Samstag war ich auf der ersten Hun­de­aus­stel­lung meines Le­bens. Von kurz nach neun bis um 12:30 Uhr habe ich mir am Aus­stel­lungs­ring der Flat Coated Re­triever die Füße platt ge­standen. Kathi, die mit mir bei der Aus­stel­lung war, hat sich in­zwi­schen noch an­der­weitig um­ge­sehen, doch ich habe, bis auf ein paar Mi­nuten meine Augen nicht von dan Flats ab­ge­wendet. Es ist mir ja fast ein biss­chen pein­lich, aber bis­lang habe ich nur Flat-Hündinnen ken­nen­ge­lernt und keine Rüden.

Welpe2Ein fünf Mo­nate alter Welpe, der mit Frau­chen und Herr­chen die Aus­stel­lung be­suchte, hatte es mir be­son­ders an­getan. Bei dem Ver­such ihn zu fo­to­gra­fieren sind ge­fühlte 2000 un­scharfe Bilder ent­standen, aber hin und wieder ge­lang mir doch ein Schnapp­schuss. Der Welpe hat je­den­falls meine Vor­freude noch um ein Viel­fa­ches gesteigert.

Nach der Prä­mie­rung des besten Rüden haben Kathi und ich mich dann auf den Weg durch die rest­li­chen Hallen ge­macht und trotz des Em­bargos ein­ge­kauft. Nun nenne ich zwei De­cken und ein über­teu­ertes Stoff­tier mein Eigen. Eine der beiden De­cken ist für einen aus­ge­wach­senen Flat viel zu klein, aber Kathi hat mich zu dem Kauf quasi ge­nö­tigt, und für den Welpen ist diese flau­schige Decke si­cher toll!

Die Aus­stel­lung war je­den­falls die Reise wert, aber ob sowas für mich in Frage kommt, das wird sich erst noch zeigen. In­ter­es­sant war es auf jeden Fall.

Comic

[Edit 03.06.2013:] Ist sie das? Siehe unter Mai 2013 das 4. Bild…

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Der Flat Coated Retriever

Flat-Coated Retriever (1881)

Was ist das ei­gent­lich für ein Hund, den wir uns ins Haus holen möchten?

Der Ur­vater des Re­trie­vers und damit auch des Flat Coated Re­trie­vers sowie des Neu­fund­län­ders ist der St. John’s dog. Dieser wurde im 19. und 20. Jahr­hun­dert von Neu­fund­land nach Eng­land ge­bracht und dort mit an­deren Rassen ge­kreuzt um letzt­end­lich die Hunde zu er­halten, die man heute als Re­triever kennt. In Neu­fund­land hin­gegen züch­tete man durch Ein­kreuzen des Mas­tiffs den Neu­fund­länder. Der ur­sprüng­liche St. John’s dog ist in­zwi­schen aus­ge­storben, von allen Retriever-Rassen äh­nelt ihm wohl der La­brador Re­triever am meisten. Man ver­mutet, dass der St. John’s dog mit Col­lies (für die bes­sere Trai­nier­bar­keit), Neu­fund­län­dern (für die Stärke) und Set­tern (für den aus­ge­prägten Ge­ruchs­sinn) ge­paart wurde um schließ­lich den Flat Coated Re­triever zu er­halten. 1915 wurde der Flat Coated Re­triever in Ame­rika als Rasse an­er­kannt und seine Po­pu­la­rität wuchs ra­pide. Die Nach­frage be­gann zu sinken, als der Golden Re­triever an Po­pu­la­rität ge­wann. Gegen Ende des zweiten Welt­kriegs war der Flat Coated Re­triever fast kom­plett ver­schwunden, der Er­halt der Rasse war lange un­si­cher. Nur we­nigen Züch­tern, die unter schwie­rigsten Be­din­gungen wei­ter­machten, ist es zu ver­danken, dass diese Rasse nicht aus­ge­storben ist. Der Flat Coated Re­triever ist bis heute eine ver­gleichs­weise sel­tene Rasse.

Nasser und schlammiger FlatDer Flat Coated Re­triever ist ein Jagd­hund, ge­nauer ge­sagt ein Ap­por­tier­hund. Er hat ein „wei­ches Maul“, was be­deutet, dass er das zu ap­por­tie­rende Wild holen kann, ohne es zu ver­letzen. Der Flat ist ein aus­ge­spro­chenes Ar­beits­tier, mit dem sehr aus­ge­prägtem Wunsch seinem Halter zu ge­fallen (will to please). Der Flat ist sen­sibel und tem­pe­ra­ment­voll, aktiv, aber nicht hy­per­aktiv. Er ist freund­lich und liebt das Wasser, bis ins hohe Alter bleiben Flats ver­spielt. Flats sind fröh­liche Hunde, die fast zu jeder Ge­le­gen­heit mit dem Schwanz we­deln, daher stammt der Spruch „Flats do it with a wag­ging tail“. Der Flat lässt eine ge­wisse Ei­gen­wil­lig­keit er­kennen, alles in allem holt man sich mit einem Flat einen Clown mit Fell ins Haus. Eine sehr schöne Be­schrei­bung seines We­sens findet sich im Buch „Die drei Cha­rak­tere“ (Promo-Link) von Anke Bogaerts:

Ein Golden Re­triever sagt: Zeig mir, was du willst und er­kläre mir, warum, dann werde ich es tun.

Ein La­brador Re­triever sagt: Zeig mir, was du willst, warum brauche ich nicht zu wissen, denn ich mache es doch auf meine Weise.

Ein Flat-Coated Re­triever sagt: Ich weiß schon, was du willst und auch, warum du es willst, wenn du mir jetzt Platz machst, werde ich dir zeigen, wie man es besser ma­chen kann.“

Schwarzer Flat

Quelle: Gunn­andre­assen, Li­zenz: Crea­tive Commons

Laut Ras­se­stan­dard ist der Flat Coated Re­triever ein „auf­ge­weckter, reger Hund von mitt­lerer Größe mit in­tel­li­gentem Aus­druck, zeigt Kraft ohne schwer­fällig zu wirken, zeigt Rasse ohne dabei schmächtig zu sein. […] Rund­herum aus­ge­stattet mit den na­tür­li­chen Ei­gen­schaften eines Jagd­hundes; Op­ti­mismus und Freund­lich­keit wird durch en­thu­si­as­ti­sche Ru­ten­be­we­gung de­mons­triert. Selbst­si­cher und freundlich.“

Flats gibt es in drei Farben, schwarz (black), le­ber­braun (liver) und gelb (yellow, blonde), wobei nur die beiden ersten Va­ri­anten er­wünscht und an­er­kannt sind. Die Hunde werden ca. 60 cm groß und zwi­schen 25 und 34 kg schwer.

Bilder und Informationen:

 

 

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Auf den Hund gekommen

Wie bin ich ei­gent­lich aus­ge­rechnet auf einen Flat Coated Re­triever gekommen?

shadowHier muss ich etwas weiter aus­holen. Als ich 12 Jahre alt war bekam un­sere Fa­milie einen Hund, den Irish Setter Rüden Shadow (oder auch edler: Earl vom We­sertal). Shadow war eine Seele von einem Hund, treu, lieb, ge­duldig, ein­fach alles, was ein Hund an Po­si­tivem sein kann. Die Zeit mit Shadow war wun­der­schön und als er mit elf Jahren ein­ge­schlä­fert werden musste (Links­herz­in­suf­fi­zienz), war ich un­heim­lich traurig. Da­mals stu­dierte ich und wohnte al­lein in einer ei­genen Woh­nung und die Hal­tung eines Hundes kam nicht in Frage. Doch mein Traum war es immer, ir­gend­wann wieder einen Hund zu haben. Ich über­brückte die Zeit mit Ratten, die meine Tier­ärztin, eben­falls eine ein­ge­fleischte Hun­de­lieb­ha­berin, immer als „die Hunde des kleinen Mannes“ be­zeich­nete. Und das waren sie in der Tat. Doch in­zwi­schen habe ich schon lange keine Pelz­nasen mehr, denn mit einer Le­bens­er­war­tung von zwei bis drei Jahren bin ich nicht wirk­lich gut zurechtgekommen.

FlatKarstadtMit Stu­dium und später Job ver­tagte ich den Hunde­wunsch auf die Zeit der Rente, doch ich wusste schon, was für einen Hund ich gerne haben wollte. Ein Setter kam nicht in Frage, zu groß wären die Fuß­stapfen ge­wesen, in der er hätte treten müssen. Ich lieb­äu­gelte mit einem La­brador Re­triever, in schwarz, die Hunde ge­fielen mir vom Wesen her und op­tisch am besten.  Be­stärkt wurde diese Wahl durch den Labrador-Münsterländer-Mischling „Pluto“, auch gerne das „große schwarze Fress­monster“ ge­nannt, von Agnes, einer Freundin meines Bru­ders und ir­gendwie in­zwi­schen auch ein biss­chen von mir. Doch letztes Jahr, es war der 14. Mai 2012, zwei Tage vor meinem Auf­ent­halt in einer Ta­ges­klinik wegen der immer schlimmer wer­denden De­pres­sion, sah ich ihn, den ersten Flat meines Le­bens. Es war im Ein­kaufs­zen­trum, wo ich ein paar Be­sor­gungen für den Kli­nik­auf­ent­halt ma­chen musste, als Mutter mit Sohn und Hund vor der Um­kleid­ka­bine standen. Ich ver­liebte mich so­fort in das Tier und fragte die Be­sit­zerin, ob ich Fotos ma­chen dürfte (der ein­zige Makel, den ein schwarzer Hund hat, man kann ihn un­mög­lich fo­to­gra­fieren, auf den Bil­dern sind nur schwarze Lö­cher zu sehen). Ein paar Mi­nuten später, drehte ich mich nochmal um, ging zu Frau, Kind und Hund zu­rück und fragte nach der Rasse. „Flat Coated Re­triever“, sagte die Frau, selten sei die Rasse, ich solle auf der Seite des DRC schauen, da fände ich alles, was ich wissen müsste, über diese un­glaub­liche Rasse. Sie würde nie wieder eine an­dere Rasse haben wollen. Ich no­tierte mir diese In­for­ma­tionen auf meinem Handy, denn mit der Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit einer De­pres­siven ist es nicht sehr weit her. Und das wollte ich mir un­be­dingt merken.

Notiz

Der Kli­nik­auf­ent­halt kam und ging, ich wurde erst etwas ge­sünder, dann wieder kränker, nach Weih­nachten sogar richtig viel kränker, aber der Wunsch nach einem Hund war nach wie vor un­ge­bro­chen. Als ich dann vor ein paar Wo­chen durch Zu­fall auf einen Be­richt über Hun­de­ta­ges­stätten stieß, war mein In­ter­esse ge­weckt. Das war die Lö­sung! Mit meinem Halb­tagsjob ar­beite ich zwei Tage in der Woche ganz und einen Tag halb. Ich könnte also zwei Tage in der Woche den Hund in der Ta­ges­stätte (6000 qm Au­ßen­ge­lände) mit seinen Art­ge­nossen spielen lassen, den halben Tag müsste der Hund zu Hause warten und die rest­li­chen Tage ar­beite ich mal mehr mal we­niger (frei­be­ruf­lich) von zu Hause aus. Alles was ich über die Ta­ges­stätte las klang super, die Hunde dürfen da Hund sein, werden von fach­kun­digen Leuten be­auf­sich­tigt und toben und spielen mit Art­ge­nossen. Per­fekt.
Ich drehte und wen­dete die Idee in meinem Kopf, schwankte zwi­schen Zwei­feln und Freude und in­zwi­schen ist es be­schlos­sene Sache. Ein Mini-Flat soll bei uns ein­ziehen. Und ich freue mich wahn­sinnig auf den Hund.

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