Kalt, nass, ungemütlich… Dummytraining

Nass war er, mein erster Be­such eines Dum­my­trai­nings, des­halb gibt es auch fast keine Fotos (ir­gendwie hänge ich zu sehr an meiner Ka­mera um sie diesem Dau­er­regen aus­zu­setzen). Drei Flat-Coated-Retriever-Hündinnen (Cuddy, Caya und Cora-Lee) und deren Besitzer(innen) haben daran teil­ge­nommen, trotz Kälte, Schnee­regen und jeder Menge Matsch. Der Vor­mittag hat mir viel Spaß ge­macht und ich habe viel über das Dum­my­trai­ning er­fahren, es gibt un­ter­schied­liche Va­ri­anten, die Frei­ver­lo­ren­suche, das Ein­weisen und das Mar­kieren. Alle drei Va­ri­anten wurden geübt.

Bei der Frei­ver­lo­ren­suche werden die Dummys in einem Areal ver­steckt, so dass die Hunde die Po­si­tion der Dummys nicht sehen. Die Hunde werden vorher an etwas ab­ge­le­gener Stelle ab­ge­setzt und müssen dort warten. Dann wird dem Hund mit­ge­teilt, dass er das Areal ab­su­chen soll, den ersten Dummy, den er findet soll er zum Hun­de­führer dann so­fort zu­rück­bringen, ohne zwi­schen­durch z. B. gegen einen an­deren Dummy zu tauschen.

Bei der Ein­wei­sung gibt der Hun­de­führer dem Hund Si­gnale, wohin er gehen und wo er su­chen soll. Mit Pfiffen (Stopp­fiff, Suchen-Pfiff) und Hand­zei­chen (Rich­tungen aber auch Kom­mandos wie „Sitz“) wird der Hund di­ri­giert. Das ist be­son­ders dann schwierig, wenn der Hund den Dummy be­reits ge­sehen hat, der Führer ihn aber einen Umweg laufen lässt.

Für das Mar­kieren werden zwei Per­sonen be­nö­tigt, ein ent­fernt ste­hender „Mar­kierer“ der den Dummy wirft und der Hun­de­führer, dessen Hund auf­merksam be­ob­achtet, wo der Dummy hin­fliegt. Auf Kom­mando läuft er dann los und bringt den Dummy zurück.

Alles in allem war es ein sehr in­ter­es­santer Morgen bzw. Vor­mittag. Ich er­wi­sche mich immer wieder dabei, wie ich es ge­rade in der An­we­sen­heit von Flats über­haupt nicht ab­warten kann, bis es Sommer ist und das kleine Woll­knäuel bei uns ein­ziehen kann. Wenn ich doch nur wüsste, dass alles ei­ni­ger­maßen si­cher klappt und wir einen Welpen be­kommen. Ich habe näm­lich heute schlimme Ge­schichten ge­hört von Leutet, denen ein Hund ver­spro­chen wurde und denen eine Woche vor der Ab­gabe (ihnen war schon ein Welpe zu­ge­wiesen worden und sie hatten ihn be­reits ein paar Mal be­sucht) noch ab­ge­sagt wurde. Aus un­ter­schied­li­chen Gründen. Ich habe solche Angst, dass uns das auch passiert.

Ein paar wit­zige Si­tua­tionen möchte ich hier nicht ver­schweigen. Ganz am Be­ginn des Trai­nings, als die Züch­terin und ich die ersten Dummys für die Frei­ver­lo­ren­suche ver­steckten, musste die Hunde bei dem Rest der Truppe warten, um die Dummys nicht schon vorher zu sehen. Sie saßen ziem­lich an­ge­spannt auf dem Wald­boden rum und schauten und er­war­tungs­voll an, als wir von un­serer Ver­steck­mis­sion zu­rück­kamen. Es sah un­heim­lich schnuffig aus, wie sie und an­schauten und ich sagte leise „Na?“. So­fort stürmten die drei Mä­dels auf mich zu, sehr zum Miss­fallen ihrer Besitzer(innen). Ich ern­tete stra­fende Blicke. Aber woher sollte ich denn auch wissen, dass „Na?“ das in­ter­na­tional an­er­kannte Si­gnal für „Ver­gesst alle Kom­mandos und eure gute Er­zie­hung und be­stürmt mich!“ ist. ;)

Beim Mar­kieren auf der Wiese mit einer Senke sagte mir die Züch­terin, als Cuddy ge­rade zum Dummy los­ge­lauben war, ich solle mich doch einmal hin­ho­cken, um die Sache aus Hun­de­au­gen­höhe zu be­trachten und wie schwierig es sei, den Wurf des Dummys aus dieser zu ver­folgen. Also hockte ich mich neben sie hin und schaute. Ich konnte Cuddy gar nicht mehr sehen, als sie den Dummy holte son­dern erst wieder, als sie aus der Senke auf­tauchte. Sie schaute mich ver­wirt an, rannte auf mich zu statt auf ihr Frau­chen und hielt mir den Dummy di­rekt mit der Schnauze vor meine Augen und we­delte ver­un­si­chert. Frau­chen und der Rest der Gruppe lachten. „Wie gut, das auch mal geübt zu haben. Glück­li­cher­weise hat sich noch kein Richter bei einem Working­test (kurz: WT, eine Art Ap­por­tier­prü­fung mit Dummys) hin­ge­setzt.“. Wir pro­bierten das­selbe noch einmal mit einer an­deren Hündin, die sich ebenso be­reit­willig ab­lenken ließ. Wahr­schein­lich wird das Hin­ho­cken Einzug in die nächten Dum­my­trai­nings halte. :mrgreen:

Meine ge­knüpften Kno­chen sind üb­ri­gens gut an­ge­kommen, hof­fent­lich ver­an­lasst das Be­ste­chungs­ge­schenk Cuddy zum Läu­fig­werden. Es gibt schon ein paar klei­nere An­zei­chen, dass es viel­leicht bald klappen könnte. Hoffen wir also ganz fest weiter. Go, Cuddy, go!

Notiz an mich: Hun­de­ba­de­mantel nähen! So ein nasser Hund im Auto hat was Mit­leid Er­re­gendes. In den Ba­de­mantel kann er sich prima ein­ku­scheln und trocknet schneller.

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Cora-Lee im Bademantel

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