Ein Hund geht aus

Was habe ich mir ges­tern für Sorgen ge­macht, dass das Essen Gehen mit Hund in einer Ka­ta­strophe endet. Ich habe mir vor­ge­stellt, er würde den ganzen Abend fiepen, jaulen und bellen, ins Re­stau­rant pin­keln (oder schlim­meres), un­ruhig am Tisch hin und her­wu­seln oder diesen An­knab­bern. Doch das Schicksal meinte es gut mit uns und schickte eine 10 1/2 Wo­chen alten Aus­tra­lian She­pherd Hündin (Momo) vorbei, mit der Snoopy vor dem Re­stau­rant­be­such aus­giebig toben konnte. Im Re­stau­rant an­ge­kommen knab­berte er erst kurz am mit­ge­brachten Kong um dann seelig ein­zu­schlafen. Braver Snoopy!

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Heute stand dann eine Rund­reise mit dem Öf­fent­li­chen Personen-Nahverkehr auf dem Pro­gramm. Es klappte super. Snoopy war furchtlos und ge­lassen. Ent­spannt legte er sich in Bus und Bahn unter oder knapp vor den Sitz und schaute ein biss­chen durch die Ge­gend. Er war wirk­lich ein vor­bild­li­cher kleiner Pas­sa­gier. Le­dig­lich das Aus­steigen be­rei­tete ihm Pro­bleme, da er den Über­gang zu­wi­schen Fahr­zeug und Bord­stein– bzw. Bahn­steig­kannte nicht so richtig ein­schätzen konnte. „Bergab“-Hüpfen traut er sich noch nicht so.

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Abends war dann die Lei­terin der Wel­pen­gruppe zu Be­such, schaute sich Sno­opys Wohn­um­feld an und be­ant­wor­tete ge­fühlte 1000 Fragen. Mit der Woh­nung ist fast alles ok, sie emp­fahl le­dig­lich einen Tep­pich. Den hatten wir eh schon auf dem Radar und so wurde der be­reits aus­ge­suchte Läufer um­ge­hend be­stellt. Wir be­kamen wert­volle Tipps, vor allem für dem Um­gang mit Snoopy, wenn er seine „wilden Zeiten“ hat. Hier ist er näm­lich wirk­lich nicht zu bän­digen, was zu schmerz­haften Ver­let­zungen an Haut, Klei­dung und Mö­beln führt. Letzt­end­lich stellte sich heraus, dass Snoopy zu wenig schläft (11 oder 12 Stunden statt den 15–20 für einen Welpen in seinem Alter an­ge­mes­senen Stunden) und wir lernten, wie wir seine Über­dreht­heit (durch Über­mü­dung!) in einen fried­li­chen Schlaf um­leiten können. Dass das Ganze mit einem Fiep– und Jaul­kon­zert ein­her­geht fühlt sich zwar für uns nicht gut an (er fühlt sich be­drängt, wir tun ihm nicht weh, strafen ihn nicht und schrein ihn auch nicht an oder so), aber der Er­folg spricht für sich. 10 Mi­nuten später schläft der kleine Wild­fang tief und fest. Und den Schlaf braucht er drin­gend um die vielen neuen Ein­drücke zu verarbeiten.

Morgen steht wieder die Flat-Gruppe auf dem Pro­gramm und da­nach ist erstmal 1 1/2 Tage Er­ho­lung für das kleine Pelz­knäuel angesagt.

 

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Flathaare

Eines der Dinge, die mir Sorgen macht, ist die Tat­sache, dass man einen Flat trimmen sollte. Alte, ab­ge­stor­bene Haare (nagut rein bio­lo­gisch be­trachtet sind die Haare eh tot, mit Aus­nahme des Teils, der in der Haut ver­an­kert ist), also die, die braun ge­worden sind, müssen ent­fernt werden. Dabei dürfen ei­nige Dinge je­doch nicht passieren:

1. Dem Hund ist diese Pro­zedur un­an­ge­nehm (lang­weilig: ok, schmerz­haft: nein)
2. Der Hund friert, weil ich nicht wusste, wann Schluss ist
3. Der Hund sieht an den Ohren Prinz-Eisenherz-artig aus

Nun dachte ich, ich hätte ei­nige Vor­er­fah­rungen im Um­gang mit Tieren. Bei meiner Ar­beit beim Tier­arzt habe ich die wich­tigsten tier­pfle­ge­ri­schen Dinge ge­lernt (Wunden ver­sorgen und nähen, Ver­bände an­legen, Krallen schneiden, Spritzen geben (sub­kutan, i.m., i.v.) Fieber messen, un­ge­liebte Dinge ver­ab­rei­chen, Ohren ver­sorgen, nar­ko­ti­sierte Katzen aus Vor­hängen be­freien, usw.), aber Haare trimmen ge­hörte nicht dazu. Es ist schön zu wissen, dass ich mal eine arg ge­schun­dene Wolfs­kralle ent­fernt, eine Ratte kas­triert und bei einem Rat­ten­kai­ser­schnitt sowie di­versen an­deren Ope­ra­tionen as­sis­tiert habe, aber all das hilft mir im Hun­de­alltag wenig. Es sei denn, ich möchte klei­nere Ope­ra­tionen auf dem Wohn­zim­mer­tisch selbst durch­führen. (Wer auch immer das hier liest, das war ein Scherz!)
Beim Reiten habe ich ge­lernt, Pony, Mähne und Schweif zu ver­ziehen, aber bei Hun­de­haaren muss ich passen. Shadow je­den­falls wurde nie ge­trimmt. Und falls doch, dann habe ich es ver­gessen und auf keinen Fall selbst durchgeführt.

Zu­ge­geben, ich mache mir um ko­mi­sche Dinge Sorgen, aber nachdem ich im Retriever-Forum von ver­schie­denen Tricks und haar­tech­ni­schen Pannen ge­lesen haben, ist mir bei dem Thema eben etwas mulmig zu­mute. Hof­fent­lich habe ich noch ein biss­chen Zeit, bis ich mich das erste mal ans Fri­sieren wagen muss. Der Trick mit dem ge­fro­renen Jo­ghurt, der mit Pan­zer­tape am Stuhl­bein be­fes­tigt wird, um den Hund beim Trimmen bei Laune zu halten, hat mir je­den­falls aus­neh­mend gut ge­fallen. :)

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Potentielle Mama-Kandidatin

Darcy

Darcy of 103 Flats

Da ja nicht si­cher ist, ob Cuddy recht­zeitig läufig wird, habe ich noch zu wei­teren Züch­tern Kon­takt auf­ge­nommen. Heute trafen wir uns mit einer Züch­terin, die etwa eine Stunde von uns ent­fernt wohnt. Sie emp­fing uns in ihrem sehr schönen Haus, ihre Hündin Darcy und ihr 14 Jahre alter Flat-Golden-Mix Balou be­grüßten uns freudig. In sol­chen Si­tua­tionen bin ich immer un­si­cher. Höf­li­cher ist es na­tür­lich, die Men­schen zu­erst zu be­grüßen, aber ich habe dann Angst, dass mir das als man­gelndes In­ter­esse an den Hunden, die ja ei­gent­lich die „Haupt­per­sonen“ sind (ir­gendwie zu­min­dest), aus­ge­legt wird. Aber ich neige eh zur Selbst­un­si­cher­heit und ich ver­suche, mir da keinen allzu großen Kopf drum zu ma­chen.
Es war ein netter Nach­mittag, die Züch­terin hatte jede Menge Hun­de­bü­cher und einen le­ckeren Kaffee auf den Couch­tisch ge­legt bzw. ge­stellt und un­sere Fragen be­ant­wortet. Auch bei ihr habe ich ein gutes Ge­fühl, ob­wohl sie ein ganz an­derer Typ ist, als Cuddys Frau­chen. Viel zu­rück­hal­tender, stiller. In ihrer Ge­gen­wart komme ich mir wie eine rie­sige, hy­per­ak­tive Quas­sel­strippe vor, daran muss ich ar­beiten. ;)
Auch der Be­ginn Darcys Läu­fig­keit könnte sich noch hin­ziehen, viel­leicht sogar bis Mai, ein ge­nauerer Termin scheint nicht ab­sehbar. Das alles ist sehr schade, denn die vier üb­rigen Züchter, die im Sommer evtl. schwarze, ab­ga­be­be­reite Welpen haben, wohnen ziem­lich weit weg. Aber ich will po­sitiv denken und hoffen, dass alles klappt.
Es ist nur schwer mit den Züch­tern um­zu­gehen. Es ist nicht mein Stil, die Züchter dar­über im Un­klaren zu lassen, dass ich mich auch bei an­deren um­höre, ich spiele da mit of­fenen Karten. Doch was pas­siert, wenn mich alle Züchter als un­si­chere Kan­di­datin ein­stufen und ich so keinen Hund be­komme? Mal ganz ab­ge­sehen davon, dass es ja auch sein kann, dass sie mir per­sön­lich keinen Welpen geben möchten. Schön (ok, dass ist das ganz fal­sche Wort) wäre es, wenn die­je­nigen mir das di­rekt vorher sagen würden, dann wäre ich zwar sehr traurig, aber könnte damit planen. Ach, das ist alles echt blöde.

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Positive Reaktionen

Fast alle in meinem nä­heren Um­feld sind be­geis­tert. Und die we­nigen, die nicht be­geis­tert sind, sind einem Hund ge­gen­über zu­min­dest nicht ne­gativ ein­ge­stellt. Meine Fa­milie und Freunde teilen meine Sorgen nicht son­dern sehen einen Hund in meinem Leben durchweg po­sitiv. Das wich­tigste, um eine De­pres­sion zu be­kämpfen ist Ak­ti­vität. Und Ak­ti­vi­täten an der fri­schen, naja, fast fri­schen Stadt­luft sind sogar noch besser.
Au­ßerdem be­komme ich jede Menge Un­ter­stüt­zung. Mein Bruder liebt Hunde und kann fan­tas­tisch mit ihnen um­gehen. Er würde sich sehr freuen, den Hund zu nehmen, wenn wir mal ver­reisen wollen. Und auch im we­niger er­freu­li­chen Fall eines sta­tio­nären Kran­ken­haus­auf­ent­haltes würde er uns un­ter­stützen. Genau wie meine El­tern. Zwei Freun­dinnen mit Hunden habe sich auch schon zum Dog­sit­ting an­ge­meldet. Und meine weiter ent­fernt le­benden Freunde freuen sich auf Be­suche von mir mit Hund. Vor allem die Kinder meiner besten Freundin. Und die­je­nigen in meinem Freun­des­kreis, die nicht so hun­de­be­geis­tert sind haben zu­min­dest keine Pro­bleme, auch mit Hund be­sucht zu werden.
Zwei meiner Ar­beits­kol­legen haben mir mit­ge­teilt, dass es Leute bei uns gibt, die ihre Hunde sogar mit zur Ar­beit nehmen, davon wusste ich bisher gar nichts. Alles ent­wi­ckelt sich wirk­lich po­sitiv.
Ein Anruf beim Ver­mieter hat er­geben, dass Hun­de­hal­tung prin­zi­piell in Ord­nung ist, vor­aus­ge­setzt ich reiche die Un­ter­schriften der an­deren Mieter im Haus ein, dass sie mit un­serer Hun­de­hal­tung ein­ver­standen sind. Wir haben eine gute und hun­de­freund­liche Haus­ge­mein­schaft, zwei, bald drei Kinder wohnen im Haus, hier sehe ich über­haupt keine Pro­bleme.
Es ist wirk­lich toll wie sich alles entwickelt.

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Bedenken

Der Wunsch einen Hund zu halten ist eine Sache. Die Ver­ant­wor­tung für ein Tier zu über­nehmen eine an­dere. Und ein ganz an­deres Ka­liber ist die Ver­ant­wor­tung für einen Flat Coated Re­triever zu über­nehmen. Ein Flat ist ein ak­tiver, sen­si­bler und in­tel­li­genter Hund. Er will be­schäf­tigt und ge­for­dert werden, braucht viel Aus­lauf und Zu­wen­dung. All das sind wir be­reit ihm zu geben, aber es gibt auch einen Haken an der Sache. Ich bin de­pressiv. In guten Phasen sehe ich keine Pro­bleme für den Hund und mich, doch was ist, wenn es mir schlecht geht? Ein Hund wirkt in jedem Fall an­ti­de­pressiv, aber ist es fair, sich ein Tier an­zu­schaffen, wenn man weiß, dass man krank ist? Na­tür­lich gibt es eine Menge Vor­teile, ein Hund ver­langt Ver­ant­wor­tung. Über­nehme ich diese Ver­ant­wor­tung kann ich mich auch in tiefster De­pres­sion nicht „ein­fach“ aus dem Leben stehlen. Ein Hund zwingt mich zu einer Ta­gestruktur. Er ver­mit­telt Freude und be­din­gungs­lose Zu­nei­gung. Doch darf ich ihm meine Krank­heit zu­muten? Ist es nicht zu ego­is­tisch mit einem sol­chen Hin­ter­grund einen Hund zu halten? Diese Fragen muss ich klären, denn ich möchte auch nach dem Einzug des Hundes in den Spiegel sehen können.

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