Flathaare

Eines der Dinge, die mir Sorgen macht, ist die Tat­sache, dass man einen Flat trimmen sollte. Alte, ab­ge­stor­bene Haare (nagut rein bio­lo­gisch be­trachtet sind die Haare eh tot, mit Aus­nahme des Teils, der in der Haut ver­an­kert ist), also die, die braun ge­worden sind, müssen ent­fernt werden. Dabei dürfen ei­nige Dinge je­doch nicht passieren:

1. Dem Hund ist diese Pro­zedur un­an­ge­nehm (lang­weilig: ok, schmerz­haft: nein)
2. Der Hund friert, weil ich nicht wusste, wann Schluss ist
3. Der Hund sieht an den Ohren Prinz-Eisenherz-artig aus

Nun dachte ich, ich hätte ei­nige Vor­er­fah­rungen im Um­gang mit Tieren. Bei meiner Ar­beit beim Tier­arzt habe ich die wich­tigsten tier­pfle­ge­ri­schen Dinge ge­lernt (Wunden ver­sorgen und nähen, Ver­bände an­legen, Krallen schneiden, Spritzen geben (sub­kutan, i.m., i.v.) Fieber messen, un­ge­liebte Dinge ver­ab­rei­chen, Ohren ver­sorgen, nar­ko­ti­sierte Katzen aus Vor­hängen be­freien, usw.), aber Haare trimmen ge­hörte nicht dazu. Es ist schön zu wissen, dass ich mal eine arg ge­schun­dene Wolfs­kralle ent­fernt, eine Ratte kas­triert und bei einem Rat­ten­kai­ser­schnitt sowie di­versen an­deren Ope­ra­tionen as­sis­tiert habe, aber all das hilft mir im Hun­de­alltag wenig. Es sei denn, ich möchte klei­nere Ope­ra­tionen auf dem Wohn­zim­mer­tisch selbst durch­führen. (Wer auch immer das hier liest, das war ein Scherz!)
Beim Reiten habe ich ge­lernt, Pony, Mähne und Schweif zu ver­ziehen, aber bei Hun­de­haaren muss ich passen. Shadow je­den­falls wurde nie ge­trimmt. Und falls doch, dann habe ich es ver­gessen und auf keinen Fall selbst durchgeführt.

Zu­ge­geben, ich mache mir um ko­mi­sche Dinge Sorgen, aber nachdem ich im Retriever-Forum von ver­schie­denen Tricks und haar­tech­ni­schen Pannen ge­lesen haben, ist mir bei dem Thema eben etwas mulmig zu­mute. Hof­fent­lich habe ich noch ein biss­chen Zeit, bis ich mich das erste mal ans Fri­sieren wagen muss. Der Trick mit dem ge­fro­renen Jo­ghurt, der mit Pan­zer­tape am Stuhl­bein be­fes­tigt wird, um den Hund beim Trimmen bei Laune zu halten, hat mir je­den­falls aus­neh­mend gut ge­fallen. :)

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Fortpflanzung von Hunden

Eine wei­tere Hündin ist läufig, Caya. Shiva wurde sogar schon ge­deckt und zwar am 17.03. Langsam aber si­cher scheinen die Flats den langen Winter zu über­winden und sich der Er­hal­tung ihrer Art zu widmen.
Aber wie ist das über­haupt mit der Fort­pflan­zung von Hunden?
Im Schnitt zwei mal im Jahr werden die Hün­dinnen läufig, wobei das ge­häuft im Früh­ling und im Herbst pas­siert. Als Läu­fig­keit oder Hitze wird ent­weder die ge­samte Phase be­zeichnet, in der die Hündin einen Aus­fluss hat, oder enger ge­steckt die frucht­baren Tage rund um den Ei­sprung (Stand­hitze). Hunde er­leben ihre erste Läu­fig­keit ge­wöhn­lich zwi­schen dem 6. Le­bens­monat und dem zweiten Le­bens­jahr. Mit der ersten Hitze tritt die Hündin in die Ge­schlechts­reife ein. Etwa zur glei­chen Zeit wie die Hün­dinnen einer Rasse werden auch die Rüden dieser Rasse ge­schlechts­reif. Klei­nere Hunde werden üb­ri­gens im Schnitt früher und häu­figer läufig (bis zu vier mal im Jahr) als grö­ßere, von denen ei­nige Rassen sogar nur einmal im Jahr läufig werden.
Wäh­rend der Läu­fig­keit ver­än­dert sich die Farbe des Aus­flusses, vor dem Ei­sprung (Vor­brunst bzw. Pro­ös­trus), die zwi­schen vier und 21 Tagen dauern kann, ist er blutig und damit dun­kelrot. Die Hündin riecht für Rüden be­reits durchaus ver­lo­ckend, ist aber noch nicht zur De­ckung be­reit.
Rund um den Ei­sprung (Brunst bzw. Ös­trus, zwei bis 12 Tage), in der deck­be­reiten Phase, wird der Aus­fluss heller, die Zahl der roten Blut­kör­per­chen im Aus­fluss nimmt ab und er be­kommt eine Farbe, die der von Fleisch­wasser äh­nelt. Wer ganz si­cher gehen will, ob seine Hündin wirk­lich deck­be­reit ist, lässt beim Tier­arzt den Pro­ges­te­ron­spiegel be­stimmen, dieser nimmt in dieser Zeit stark zu, wäh­rend der Es­tra­diol­spiegel ab­nimmt.
Nach der deck­be­reiten Phase (Nach­brunst bzw. Me­t­ös­trus, 9 bis 12 Wo­chen) wird der Aus­fluss dann gelb­lich.
Die letzte Phase, ohne Aus­fluss und ohne se­xu­elle Ak­ti­vität (Anös­trus), dauert dann zwi­schen zwei und sechs Mo­naten.
Die Re­gel­mä­ßig­keit der Läu­fig­keit kann von äu­ßeren und in­neren Ein­flüssen be­stimmt werden, so kann ein langer Winter für eine Ver­zö­ge­rung ebenso ver­ant­wort­lich sein, wie Stress, Über– oder Un­ter­ge­wicht oder Krank­heit der Hündin.
Ge­rade für Züchter kann es na­tür­lich in­ter­es­sant sein zu er­kennen, ob mit einer bal­digen Läu­fig­keit zu rechnen ist. Etwa drei bis vier Wo­chen vor der Läu­fig­keit setzt häufig der Fell­wechsel ein, kurz vor der Hitze kommt es oft zu ver­mehrtem Was­ser­lassen, die Hündin wird unter Um­ständen an­häng­li­cher und leckt sich häu­figer die Vulva (Scheide).
Der ei­gent­liche Deckakt dauert ca. 30 Mi­nuten, um si­cher­zu­gehen lassen Züchter ihre Hün­dinnen in der deck­be­reiten Phase von dem Wel­pen­vater in spe häu­figer de­cken.
Lehnt die Hündin den Rüden ab kann dies mehre Ur­sa­chen haben. Ab­ge­sehen von feh­lender Sym­pa­thie strebt die Hündin da­nach, einen pas­senden Vater für ihren Nach­wuchs zu be­kommen. Da In­zucht in der Regel zu einer Po­ten­zie­rung von Erb­krank­heiten führt, schließ­lich ist die Häu­fig­keit ein und der­selben Er­kran­kung unter ver­wandten Hunden um ein Viel­fa­ches größer als bei nicht ver­wandten, kann eine nahe Ver­wandt­schaft zwi­schen Rüde und Hündin ein Ab­leh­nungs­grund sein. Auch im selben Haus­halt le­bende Tiere können unter Um­ständen den Deckakt ver­meiden. Krank­heiten bei Rüde und Hündin können das Statt­finden der Paa­rung ver­hin­dern, da schließ­lich ge­sunder Nach­wuchs ent­stehen soll.
Hat der Deckakt trotz aller Wid­rig­keiten tat­säch­lich ge­klappt, schließt sich daran die Schwan­ger­schaft der Hündin an. Diese dauert für im Schnitt 63 Tage. Etwa ab der dritten Schwan­ger­schafts­woche kann per Ul­tra­schall diese fest­ge­stellt werden, für die war­tenden Wel­pen­käufer eine schier un­end­lich lange Zeit. ;)
Nach guten 8 Wo­chen wirft die Hündin etwa zwi­schen 2 bis 8 idea­ler­weise ge­sunde Welpen. Auch Würfe mit mehr Welpen kommen vor, wobei eine hö­here An­zahl wegen der An­zahl der Zitzen (ca. 8 bis 12, auch eine un­ge­rade An­zahl ist mög­lich, wobei nicht alle Zitzen funk­tional sind) pro­ble­ma­tisch sein kann.
Be­reits vor der Ge­burt be­ginnt bei der Hündin die Milch­pro­duk­tion, so dass es prin­zi­piell mög­lich ist, dass eine Hündin ihre Welpen auch nach einem Kai­ser­schnitt säugt. Oft ist es aber so, dass durch das Ver­passen des Ge­burts­vor­gangs die Hündin keine Mut­ter­ge­fühle ent­wi­ckelt und eine Amme in An­spruch ge­nommen werden muss, um die Ver­sor­gung der Welpen zu ge­währ­leisten.
Mit drei bis vier Wo­chen ent­wi­ckeln die Welpen In­ter­esse für das Futter der Mutter, zu dieser Zeit kann damit be­gonnen werden, Wel­pen­futter zu­zu­füt­tern. In der 6. bis 8. Woche sind die Welpen end­gültig ab­ge­stillt, so dass sie ab der 8. Woche in ihr neues Zu­hause ein­ziehen können.

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Kein Hundegebell »