Lektion in Zeckenkunde

Mein Be­such beim Tier­arzt lief an­ders als ge­plant. Meine An­frage nach dem Spot-On-Präparat wurde mit einer aus­führ­li­chen Lek­tion in Phar­mazie ab­ge­schmet­tert.
Ab­ge­sehen von der Be­las­tung von Ge­wäs­sern durch das höchst ag­gres­sive Prä­parat, sowie den Schäden für Flora und Fauna wurde ich darauf hin­ge­wiesen, dass ich statt des Mit­tels eben­sogut vier Dosen Paral (der Wirk­stoff und die Menge seien gleich) bei ge­schlos­senem Fenster in un­serer Woh­nung ver­sprühen könnte. Dem Hund helfe das zwar we­niger, wäre aber der­selbe Wirk­stoff mit den­selben ge­sund­heit­li­chen Folgen für die Woh­nungs­be­wohner. Das macht man dann eine Weile mit und könnte sich dann in ein paar Jahren über eine Be­hand­lung gegen MS oder Par­kinson freuen, da der Wirk­stoff ex­trem ner­ven­schä­di­gend sei.
Un­ter­malt wurde die Ler­nein­heit durch eine poin­tierte aber trau­rige An­ek­dote aus dem Be­kann­ten­kreis des Tier­arztes. (So er­fuhr ich ne­benbei, dass er mal bei Vi­ta­kraft ge­ar­beitet hat und auf Messen un­ter­wegs war, wo der Bayer-Messemensch für das Spot-On-Präparat den Stand neben ihm hatte.)
Um die lange Ge­schichte kurz zu ma­chen, ich kaufte ein 50 € teures Ze­cken­hals­band, das sogar im Wasser ge­tragen werden könnte (aber nicht sollte, wegen der Ge­fahr des Hän­gen­blei­bens) und den­selben Wirk­stoff wie das Spot-On-Mittel hat, mit dem Snoopy nicht ins Wasser ge­durft hätte (Folter für einen Re­triever). Nur dass die Ab­gabe des Mit­tels an die Um­ge­bung nur etwa 0,001% (oder so) be­trüge und somit ver­tretbar wäre.
Ins­ge­samt ist das Hals­band um ein Viel­fa­ches güns­tiger (man glaubt es kaum) als das Spot-On-Mittel. Dafür hasst Snoopy es und jeder sieht auf 100 m Ent­fer­nung, dass er eine Un­ge­zie­fer­schleuder ist. Armer Snoopy!
Achja, was habe ich noch ge­lernt? Dass Sno­opys Talg­drüsen eine ver­gleichs­weise hohe Menge an But­ter­säure ab­son­dern und die Ze­cken total drauf stehen. Knob­lauch­füt­te­rung helfe zwar gegen Ze­cken und an­dere Vam­pire, al­ler­dings in so ge­ringem Maße, dass man sich die Mühe (und den Mund­ge­ruch) ge­trost sparen kann. Viel­leicht er­le­digt sich das Thema ja nach der Pu­bertät. Ich werde Snoopy raten, diese schnell hinter sich zu bringen.
Zu meinem Tier­arzt: Er wird in der Hunde– vor allem aber der Re­trie­ver­szene hoch ge­schätzt (fast schon ver­ehrt) und ist vieles (z. B. manchmal was ruppig) aber kein Dummschwätzer.

Up­date: Ich habe einen Ze­cken­counter ein­ge­baut. Hof­fent­lich bleibt er bei 0 :)

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Fiese Blutsauger

Snoopy ist das reinste Ze­ck­en­taxi. Kaum läuft er ir­gendwo ent­lang, heften sich die Ze­cken im Um­kreis von 100 m an ihn ran. Er würde es sogar schaffen, sich im Rein­raum Ze­cken ein­zu­fangen. Zwei bis drei dieser Biester am Tag sind normal, heute nach dem Mor­gen­spa­zier­gang habe ich sogar schon fünf Ze­cken ent­fernt. Und sie sie­deln sich mit Vor­liebe in seinem Ge­sicht, sehr gerne rund um sein Auge an, was sie zwar leicht lo­ka­li­sierbar macht, Snoopy aber al­ler­hand Ma­cken in seinem hüb­schen Ge­sicht beschert.

Karin emp­fahl mir ein Spot-On-Mittel, mit dem Snoopy be­han­delt werden könnte. Um die Schnüf­fel­nase nicht länger mit der lei­digen Pro­zedur der Ze­cken­ent­fer­nung zu quälen und vor allem na­tür­lich der Ge­fahr durch Ze­cken aus­zu­setzten, werde ich mir dieses leider ver­schrei­bungs­pflich­tige Mittel beim Tier­arzt holen. Ein Hals­band kommt nicht in Frage, da ich weder Lust habe, Snoopy am stän­digen Kratzen zu hin­dern, noch selber beim Strei­cheln, Knud­deln und Spielen dem Zeug aus­ge­setzt zu sein. Das Spot-On-Mittel hat den Vor­teil, dass es in die Haut ein­zieht und so nicht im grö­ßeren Maße oben auf dem Fell vor­handen ist.

Hof­fent­lich hilft’s!

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